Spirituelle Impulse

Liebe Gemeindemitglieder,

liebe Freundinnen und Freunde der Gemeinde,

 

Haben Sie schon einmal einen Rechtsbeistand gebraucht?

Meist bedeutet es ja nichts Gutes, wenn man auf die Hilfe eines Anwalts/einer Anwältin bauen muss. Sei es für eine Auseinandersetzung, für die ich juristische Hilfe brauche oder für ein Verfahren vor Gericht, in dem ich darauf angewiesen bin, dass eine rechtskundige Person mich verteidigt und meine Interessen schützt.

Wer schon einmal in einer solchen Lage war, der weiß wie wichtig es ist, dass es da jemanden gibt, der mich vertritt, der für mich spricht. Das Pfingstfest, das wir in wenigen Wochen feiern werden, könnte auch das Fest der Anwälte und Anwältinnen sein!?

Jesus Christus selbst hat uns nämlich einen Anwalt verheißen:

Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll… Joh 14,16

Gottes Geist, den wir an Pfingsten feiern, wird im griechischen Urtext auch als Parakletos bezeichnet. Ein Wort, das sich in unsere Sprache nur schwer übersetzen lässt. Es bedeutet Tröster, Fürsprecher und eben auch Anwalt.

Nach einer östlichen Tradition wird Paraklet übersetzt mit „Handhalter“. Und das finde ich eigentlich eine sehr schöne Vorstellung. Da ist jemand, der mich an der Hand hält, der mich führt, dem ich blind vertrauen kann. Es ist gut, wenn in Stunden der Trauer, der Angst und Not, ein guter Mensch da ist und ohne Worte uns einfach die Hand hält.

Eltern sind für Kinder solche Parakleten, Handhalter und zwar im wörtlichsten Sinne. An ihren Händen lernen die Kinder laufen, in ihre Hände flüchten sie sich, wenn sie ängstlich oder traurig sind. Dieses Handhalten ist nicht nur eine wichtige praktische Hilfestellung, sondern hat auch eine geistliche Dimension.

Letztlich finden wir uns alle irgendwann in der Rolle des Parakleten, des Beistandes, der Anwältin, der Handhalterin für andere Menschen. Wir nehmen diese Aufgabe alle wahr: als Partner/Partnerin, Freund/Freundin, als Eltern, als Kinder bei den altgewordenen Eltern. Kann ich darin nicht auch das Wirken des Geistes Gottes sehen?

Und noch etwas: Mir ist die Verheißung des Beistandes durch Jesus Christus sehr wichtig geworden. Es hat etwas Entlastendes. Mit meiner Aufgabe, anderen Handhalter, Beistand, Anwalt zu sein, bin ich nicht allein gelassen.

Eine solche Aufgabe wahrzunehmen, hat ja manchmal etwas Überforderndes und erreicht oft die Grenzen des Menschen möglichen. Das ist schon so bei dem eigentlich harmlosen Satz, den wir als Eltern ganz oft sagen: Hab kein Angst, ich bin ja da! Wir sagen das, obwohl wir wissen, dass es genug Situationen im Leben gibt, in denen wir selber Angst haben und wo wir nicht so überlegen sind, wie wir meist tun.

Diesen Satz kann ich aber sprechen, wenn ich unbedingtes Vertrauen in das Leben und in die Zusage Jesu habe. Ich bin mit meiner Aufgabe nicht alleine gelassen, sondern Gottes Geist stärkt mich, nimmt mich selbst an der Hand. Er ist der Parakletos, der Handhalter im Leben und im Tod und darüber ­hinaus.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest und eine gute kommende Zeit.

Ihr

Siegfried Thuringer, Pfr.

  

 

 

 

Archiv der vergangenen spirituellen Impulse

Donnerstag, 28. Juni

19.30 Uhr Gartenhausgespräch  
Thema: Bistumssynode im Herbst

Freitag, 29. Juni

14.00 Uhr - 17.30 Uhr Spirituelle Kirchenführung der baf-Frauengruppe

Freitag, 20. Juli bis Sonntag, 22. Juli

Dekanatstage in Pappenheim

30. Juli / 4. August bis 12. August

Jugendfahrt ins Elsaß und nach Taizé

Sonntag, 5. August

12.00 Uhr Berggottesdienst unserer Filialgemeinde Bad Tölz